{"id":300,"date":"2019-03-09T12:42:20","date_gmt":"2019-03-09T12:42:20","guid":{"rendered":"http:\/\/rettet-das-gedruckte-wort.flix-data.de\/?p=300"},"modified":"2019-06-13T13:07:23","modified_gmt":"2019-06-13T13:07:23","slug":"die-malerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rdgw.running.digital\/?p=300","title":{"rendered":"Die Malerin"},"content":{"rendered":"<p>Roman? Bilderbeschreibung? Milieu- oder Zeitanalyse? <\/p>\n<p>Jedenfalls ein wunderbares Buch, <strong>in dem uns die Autorin Mary Basson in sanft geschwungenen Linien,<\/strong> selbst im krassesten Fleck an der (Lein-) Wand, <strong>durch das Geschehen f\u00fchrt.<\/strong> Gemeinsam mit der mehr als Hobby-Malerin Gabriele M\u00fcnter, reisen wir durch Kunst und Geschichte, Geschlechter- und L\u00e4nderkampf. Wir d\u00fcrfen mitleiden, Extase nachvollziehen oder uns gemeinsam einer Erz\u00e4hlung hingeben, stets stimmig in Stil und Kontext und, ungeachtet der sanftlinigen, sanfth\u00fcgeligen Beschreibung, nicht frei von Leid, Betrug, Angst und Verzweiflung.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Kunst bedeutet Ausdruck, nicht Nachahmung&#8220;<\/strong>. In dieser Manier bleibt die Schreiberin sich stets treu, stets gleich im Ausdruck und trotzdem hinwei\u00dfend, eindringlich. &#8222;Die Frage ist, warum wir malen. Nicht was&#8220;&#8230; <strong>&#8222;Wir malen, um das auszudr\u00fccken, was wir sind.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ein Buch, das in Stil und Inhalt v\u00f6llig harmoniert &#8211; wobei Harmonie hier nicht als steter Gleichklang, \u00fcbereinstimmendes Ges\u00e4ttigtsein verstanden werden darf. Nein. Es passt einfach, so dass trotz sanfter Linie Emp\u00f6rung erlaubt ist, Kritik an der Ungerechtigkeit ge\u00fcbt und auch die Ignoranz der Kriegstreiber und Kunstvernichter belacht, verh\u00f6hnt oder mit dicken Tr\u00e4nen beweint werden darf!<\/p>\n<p>&#8222;Schwarze Lavafl\u00fcsse ergie\u00dfen sich \u00fcber \u00b4Ellas`Seele, bis sie erstarrt und mumifiziert ist&#8230;&#8220; und als sie die Sonne endlich wieder sp\u00fcrt wei\u00df sie, da\u00df der Name, der in ihrem Kopf war, nicht \u00fcber ihre Lippen kommen durfte.<br \/>\nIhr Kummer der Liebe, des Verlassenseins ist so gro\u00df, dass das Leben keinen Platz mehr in ihr zu finden scheint. Und doch, eine kleine Ahnung, dass es zu ihr zur\u00fcckkehrt. Aber ist sie schon so weit, es wieder aufzunehmen?<\/p>\n<p>Das sind die Fragen, die Ella sich stellt unterdessen wir uns fragen, <strong>ist es der Mann, der K\u00fcnstler Kandinsky,<\/strong> der sie erst an sich bindet und dann verst\u00f6\u00dft, geht, ohne ein Wort und ohne R\u00fcckkehr, <strong>oder ist es vielmehr die Zeit,<\/strong> die die Frau in vorgegebene Rollen zw\u00e4ngen will, sie unter Vorurteilen schwer leben l\u00e4sst? Aber wer macht die Zeit?<\/p>\n<p>Obwohl verschm\u00e4ht vom Manne Kandinsky in ihrem sehnlichsten Wunsch, eine &#8222;ehrbare Frau&#8220; sein zu d\u00fcrfen, besiegt Ella Schmerz und Zorn und zollt dem K\u00fcnstler ihre Hochachtung, indem sie seine Bilder zusammen mit ihrem neuen fried- und respektvollen Gef\u00e4hrten vor den Nazis in Sicherheit bringt.<\/p>\n<p><strong>Sieg der Hochachtung und Anerkennung einer au\u00dferordentlichen k\u00fcnstlerischen Begabung \u00fcber Eifersucht und Konkurrenz.<\/strong> Daf\u00fcr sind wir Menschen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Kunst war ihr Leben &#8211; Kandinsky ihr Schiksal.&#8220; <\/strong><\/p>\n<p><em>Aufbau Verlag GmbH &#038; Co.KG.<br \/>\nDie Originalausgabe unter dem Titel &#8222;Saving Kandinsky&#8220; erschien 2013 in den USA.<br \/>\nAus dem Amerikanischen von Gabriele Weber-Jaric<\/em><br \/>\n<em>ISBN 978-3-7466-3338-1<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roman? Bilderbeschreibung? 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