{"id":807,"date":"2019-12-06T14:45:50","date_gmt":"2019-12-06T14:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/rettet-das-gedruckte-wort.flix-data.de\/?p=807"},"modified":"2019-12-06T14:45:50","modified_gmt":"2019-12-06T14:45:50","slug":"dunkles-gold","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rdgw.running.digital\/?p=807","title":{"rendered":"Dunkles Gold"},"content":{"rendered":"<p>Besonders ist nicht, dass es in dem Roman von Mirjam Pressler<br \/>\num j\u00fcdische Identit\u00e4t und Antisemitismus geht.<br \/>\nNicht mehr besonders als andere Identit\u00e4ten, Lebens- und V\u00f6lkergeschichten.<br \/>\n<strong>Das Buch aber ist besonders.<\/strong><\/p>\n<p>Die Schreibe der Autorin bringt uns genau diesem einen Volk n\u00e4her, so nah,<br \/>\ndass wir erkennen d\u00fcrfen, es gibt ihn nicht,<strong> den einen Juden<\/strong>.<br \/>\nDen, dem sie alle gleichen. Dem, der so und so ist und weshalb die anderen<br \/>\nauch genau so und so sind.<\/p>\n<p>Es gibt ihn genau so wenig, wie <strong>den<\/strong> Christen, <strong>den<\/strong> Moslem, <strong>den<\/strong> Buddisten oder gar den,<br \/>\nder von sich selbst und anderen Atheist genannt wird.<br \/>\nEs gibt sie alle, ja! Und doch sind sie so verschieden, <strong>so individuell als Mensch<\/strong>,<br \/>\ndass in ihrer verschiedenheitlichen Individualit\u00e4t der Jude dem Araber \u00e4hnlicher sein kann<br \/>\nals dem j\u00fcdischen Nachbarn. Der Christ sich eher vom Atheisten verstanden f\u00fchlt<br \/>\nals vom eigenen Glaubensbruder, mit dem er die Kirchbank in der Messe teilt.<br \/>\nUnd der Buddhist dem Moslem die Hand reicht, um sich beim Erheben vom Platz unter dem Baum st\u00fctzen zu lassen.<\/p>\n<p>Laura begreift dies immer mehr!<br \/>\n<strong>Sie vorurteilt, erlebt und revidiert.<\/strong><br \/>\nUnterst\u00fctzt wird sie dabei unter anderem von Frau K\u00fcppers, ihrer Geschichtslehrerin:<br \/>\n&#8222;&#8230;die meisten Israelis sind Juden, aber nicht alle. So wie im grunds\u00e4tzlich christlichen Deutschland l\u00e4ngst nicht alle Christen sind und im katholischen Italien nicht nur Katholiken leben.&#8220;<br \/>\n&#8222;Man kann durchaus etwas gegen Israels Politik haben, ohne gleich antisemitisch zu sein. Aber sobald man sagt &gt; <strong>die Juden<\/strong> sind so oder so &lt;, ist es etwas anderes. Es gibt bei uns Leute, die grunds\u00e4tzlich antisemitisch sind und Israels Politik nur als Vorwand nehmen, um ihre Ablehnung gegen alles J\u00fcdische laut auszusprechen.&#8220;<\/p>\n<p>Also bleiben wir dabei: Nichts Besonderes der Jude in diesem Buch.<br \/>\nAber das Buch selbst, die Schreibe, dr\u00fcckt genau dies in besonderer Form aus.<br \/>\nZwei verschiedene Geschichten, verbunden durch Lauras Mutter und den Schatz, und nat\u00fcrlich Laura selbst, bringen uns das zuvor Gesagte nahe.<br \/>\n<strong>Lassen Pauschalit\u00e4t und festgefahrene Denkmuster verschwimmen und bereichern uns so durch eine neue Unvoreingenommenheit.<\/strong><\/p>\n<p><em>Verlag Beltz &#038; Goldberg 2019<br \/>\nISBN: 978-3-407-81238-4<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besonders ist nicht, dass es in dem Roman von Mirjam Pressler um j\u00fcdische Identit\u00e4t und Antisemitismus geht. Nicht mehr besonders als andere Identit\u00e4ten, Lebens- und V\u00f6lkergeschichten. 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