{"id":971,"date":"2021-04-18T13:05:24","date_gmt":"2021-04-18T13:05:24","guid":{"rendered":"https:\/\/rdgw.running.digital\/?p=971"},"modified":"2022-05-24T16:16:41","modified_gmt":"2022-05-24T16:16:41","slug":"corpus-delicti-ein-prozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rdgw.running.digital\/?p=971","title":{"rendered":"Corpus Delicti &#8211; ein Prozess"},"content":{"rendered":"\r\n<div class=\"wp-block-group\">\r\n<div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\r\n<pre class=\"wp-block-verse\">\"Das Leben\", sagt Moritz leise, \"ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann.\"Und er schenkt Mia zum Abschied die ideale Geliebte. \r\n\r\nAuch etwas, was man eigentlich ablehnen kann. \r\nEin Geschenk. Klingt gut. Ideal eben.\r\nAber was soll man davon halten, wenn sie, die Geliebte, einem vom Bruder vererbt wird? Wenn nur die Beschenkte sie sehen, riechen und f\u00fchlen kann?\r\nWenn sie nur in einem Gehirn - quasi virtuell - vorhanden \r\nund doch das Tr\u00f6stlichste auf der ganzen Welt ist?\r\n\r\nMit Moritz kann Mia nicht mehr diskutieren.\r\nIhm kann sie nicht mehr widersprechen um dadurch mehr Nahrung f\u00fcr die, noch fremden, Gedanken im eigenen Kopf zu erhalten.\r\nMit der idealen Geliebten aber ist das m\u00f6glich. In Fortsetzung quasi.\r\nAls weiterhin Vorhandensein der Gef\u00fchle, Gedanken und daraus resultierenden Lebensweise des toten Bruders.\r\n\r\n<strong>RHK <\/strong>- Das <strong>R<\/strong>echt auf <strong>K<\/strong>rank<strong>h<\/strong>eit.\r\nDas Recht zum Beispiel, keine Maske zu tragen, um den Bezug zur Aktualit\u00e4t \u00fcberdeutlich zu machen. Das Recht, an Corona zu erkranken.\r\nK\u00f6nnen wir soweit mitgehen?\r\n\r\nBei einem unbedingten \"Ja\" lugt nun allerdings ganz verstohlen ein <strong>\"RAG\"<\/strong> um die Ecke. Was ist mit ihm? Dem Recht auf Gesundheit?\r\nM\u00fcssen die Beiden, <strong>RAK<\/strong> und <strong>RAG<\/strong> nun Feinde sein? <strong>Ich sage nein<\/strong>.\r\n\r\nNicht die unterschiedlichen Ansichten sind die Gegner.\r\nGegner ist <strong>das Nichtanerkennen, dass es unterschiedliche Ansichten gibt.<\/strong> Vereint werden k\u00f6nnten beide mit Anerkennung des jeweils Anderen.\r\n<strong>Ein Nebeneinander w\u00e4re damit durchaus m\u00f6glich.<\/strong>\r\nWir werden sehen, ob das Buch eine L\u00f6sung f\u00fcr uns bereit h\u00e4lt.\r\nOder das Leben.\r\n\r\n\"Dem wahren Menschen gen\u00fcgt das Dasein nicht, wenn es ein blo\u00dfes Hier-Sein meint\". \"Nur wenn ich mich auch f\u00fcr den Tod entscheiden kann, besitzt die Entscheidung zugunsten des Lebens einen Wert.\"\r\nDas sind die Worte von Moritz!\r\n\r\nAber es geht hier nicht um Leben und Tod.\r\nEs geht um \u00b4N<strong>ormal sein<code>\u00b4, <\/code>\u00b4Dazu zu geh\u00f6ren`.<\/strong> \"Aber <strong>was ist normal<\/strong>?\" Zum Gl\u00fcck gibt uns die Autorin hier keine Endl\u00f6sung. Sie zeigt uns einige M\u00f6glichkeiten, fordert uns auf, den Blickwinkel zu wechseln und es wird uns klar - <strong>muss uns endlich klar werden<\/strong> - dass die Antwort auf diese Frage immer einem zweischneidigen Schwert gleichen muss. Je nach dem, ob man in der selben Ecke steht wie der, der aktuell das Sagen hat oder wehe dem, der seinen Platz sich in der gegen\u00fcberliegenden Ecke eingerichtet hat! Beide Seiten durfte ich bis zu einem gewissen Ma\u00dfe kennenlernen und kann daher sagen: das Eine lebt und das Andere <strong>er<\/strong>lebt man. Vergleichbar mit der <strong>Opfer - T\u00e4ter Aufteilung.<\/strong> Wohl f\u00fchlt man sich in beiden Ecken nicht. Eben so, wie Mia zu sagen pflegt: <strong>\"Ich finde beides ausgesprochen unerfreulich.\"<\/strong> Nun, damit allerdings sitzt sie auf dem Zaun, wie die ideale Geliebte ihre Meinung dazu formuliert. Ein Wesen, das auf Z\u00e4unen lebt. In oder auf dem Dazwischen <strong>und sich zu keiner Seite bekennen mag<\/strong>. <strong>Ein Hexenwesen.<\/strong> Eine Hexe. Eine gef\u00e4hrliche Position. Ohne Clique. Ohne Anh\u00e4nger. Ohne F\u00fcrsprecher! <strong>Vogelfrei sozusagen.<\/strong> Zwischen Geburt und Tod begegnen wir dem, was wir als \u00b4Ich`bezeichnen. Wir f\u00fcllen es aus mit Erlebnissen, Taten, Begebenheiten und manch einer meint, wir h\u00e4tten die Wahl. Sich keiner Gruppe anzuschlie\u00dfen. Keiner Doktrin zu dienen. Keine Anspr\u00fcche durchsetzen zu wollen. Nur einen einzigen Anspruch haben: den auf die eigene pers\u00f6nliche Wirklichkeit und damit in Ruhe gelassen zu werden! Yo, Leute, das w\u00fcrde ich unterschreiben. Frau Zeh, Sie sprechen mir tats\u00e4chlich immer wieder aus der Seele. Die vorliegende Lekt\u00fcre wirkt auf mich wie ein Drehbuch. Aufgeteilt in viele kleine Akte. Die Kulissen sind \u00fcberschaubar. Drei verschiedene insgesamt. Wodurch ein Szenenwechsel ohne viel Aufwand zu bew\u00e4ltigen ist. Da ich inzwischen auch das erkl\u00e4rende Werk der Autorin zum Buch gelesen habe ist mir klar, warum das so ist und dass mein Eindruck durch die urspr\u00fcngliche Form gest\u00fctzt wird. Wie cool ist das denn!? Schauspieler mit diesem Thema auf der B\u00fchne. Eindringlich. Minimalistisch gef\u00fchrt und begleitet. So eindringlich und mit klaren Bildern, dass wir noch mehr sehen, noch mehr begreifen d\u00fcrfen.<\/pre>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns: 30% auto;\">\r\n<figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"521\" height=\"840\" class=\"wp-image-1014\" src=\"https:\/\/rdgw.running.digital\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210225_154220_copy_572x923.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/rdgw.running.digital\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210225_154220_copy_572x923.jpg 521w, https:\/\/rdgw.running.digital\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210225_154220_copy_572x923-186x300.jpg 186w, https:\/\/rdgw.running.digital\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210225_154220_copy_572x923-217x350.jpg 217w\" sizes=\"auto, (max-width: 521px) 100vw, 521px\" \/><\/figure>\r\n<div class=\"wp-block-media-text__content\">\r\n<p class=\"has-large-font-size\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<pre class=\"wp-block-verse\">Der Klappentext auf dem Umschlagr\u00fccken bezeichnet es als \"Das unverzichtbare Begleitbuch zu Juli Zehs Erfolgsroman &gt;Corpus Delicti&lt;<\/pre>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<pre class=\"wp-block-verse\">Ich halte es als durchaus f\u00fcr verzichtbar wenn auch, wie der Roman selbst, brilliant und sehr ehrlich anmutend von der Autorin zu Papier gebracht.\r\nVerzichtbar daher, weil es, zumindest war es bei mir so, das in Worten beschreibt, was der Roman - Inhalt\/ Stil - schon neben der konkreten Handlung an den Leser weitergibt.\r\n\r\nWeil aber \"verzichtbar\" - \"man kann darauf verzichten\" - \r\neher ein negatives Gef\u00fchl von \"muss ich nicht haben\" vermittelt, \r\nm\u00f6chte ich es jetzt bewusst positiv ausdr\u00fccken: \r\n\r\nDas Begleitbuch spiegelt genau das wieder, was man schon im Roman \u00fcber die Autorin erfahren, erf\u00fchlen, erlesen kann. \r\nEine Stilk\u00fcnstlerin, Begreif- und Schreibk\u00fcnstlerin ist sie.\r\nEin Grund mehr, das gedruckte Wort zu retten - oder wie w\u00fcrde es klingen: \r\n<strong>Hey, ibims. Was geht?<\/strong>\r\n<strong>Voll krass, Alter, mit der Mia! <\/strong>\r\n<strong>Die Methode. Voll agro!<\/strong>\r\nNaja, warum nicht. \r\nUnd eine Abbitte an die Nutzer dieser oder einer anderen,uns Alten nicht zug\u00e4nglichen Ausdrucksweise: ich beherrsche sie nicht und sie l\u00e4sst mich Einiges vermissen an dem, was die mir gel\u00e4ufigen Worte vermitteln.\r\nAber spannend w\u00e4re es schon, wenn einer sich die M\u00fche machte zu \u00fcbersetzen.\r\n<strong>Hey, was geht? <\/strong>\r\n<strong>Und wenn es dann Einige voll agro macht, w\u00e4re das Ziel erreicht. <\/strong>\r\n\r\nF\u00fcr mich war die Lekt\u00fcre eine best\u00e4tigende Bereicherung.\r\nF\u00fcr andere Leser mag sie eine gesuchte Erkl\u00e4rung, ein AHA-Erlebnis, ein Blickpunktwechsel, eine Diskussionsgrundlage und und und ... sein.\r\nWas auch immer!\r\nAuf jeden Fall stellt sie eine positive Erg\u00e4nzung zum Roman dar.\r\nAuf auf! Hier gibt es Antworten auf die Fragen zu Juli Zehs Roman\r\n\u00b4Corpus Delicti`!  \r\nViel Spass! Und vor allem viel Fantasie, Erkennen, Vorstellen, Nachfragen, beim Lesen beider Werke, und, ein Zitat aus dem Buch der Fragen und Antworten sei mir noch erlaubt:\r\n<strong>\"Die Vorgeschichte von \u00b4Corpus Delicti` sind wir.<\/strong>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<\/pre>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das Leben&#8220;, sagt Moritz leise, &#8222;ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann.&#8220;Und er schenkt Mia zum Abschied die ideale Geliebte. Auch etwas, was man eigentlich ablehnen kann. Ein Geschenk. Klingt gut. Ideal eben. Aber was soll man davon halten, wenn sie, die Geliebte, einem vom Bruder vererbt wird? 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